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Volleyball-Finger

V. i. S. d. P.:
Dr. med. Thomas Braun B. AC.
Sportarzt, ehem. Nationalmannschaftsarzt und Seminarleiter der Bayerischen Sportärzteverbandes
Tel.: 09976/1206
D-92444 Rötz, Praxisklinik (D-Arzt)

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Der Begriff des Volleyball-Fingers hat zwei grundsätzlich unterschiedliche Aspekte:
  1. Konkrete Verletzungen der Finger
  2. Veränderte kapillaroskopische Befunde der Nagelfalz-Videokapillaroskopie
<br><small>Fingerfraktur nach einem Volleyballspiel<br><sup>©Dr. Thomas Braun, D-Rötz</sup></small>


Fingerfraktur nach einem Volleyballspiel
©Dr. Thomas Braun, D-Rötz

Verletzungen

Volleyball ist kein verletzungsintensiver Sport, allerdings sind die Statistiken uneinheitlich.

Die Häufigkeit von Verletzungen und damit die Ausfallzeiten während des Spielbetriebs betragen 3 bis 4 Promille der Spielerstunden. Senioren haben ein höheres Risiko als Junioren, während kein Unterschied zwischen Männern und Frauen besteht. Über alle Alters- und Geschlechtsgruppen hinweg stellen Fingern und Daumen 10,7 Prozent der Verletzungen. Verletzungshäufigkeit und Verletzungsmuster waren abhängig von der Position der Spieler.[2] Junior-Volleyballsportler hatten im Vergleich zu anderen Schul-Sportarten niedrigere Verletzungsraten und ältere Athleten hatten höhere Verletzungsraten (s. o.). Die Körperstellen mit der höchsten Verletzungsrate waren der Knöchel und der distale Teil der oberen Gliedmaßen (Handgelenk/Hand/Finger).[3] Bei Junior-Volleyballsportlern zeigten sich sich häufig Verletzungen der oberen Extremitäten, insbesondere der Finger. Die häufigsten Verletzungsmechanismen waren Aufprall auf den Boden (19,4 %), Ballkontakt (14,7 %) und Schmetterbälle/Aufschläge (5,7 %). Die häufigsten Diagnosen waren Zerrungen/Verstauchungen (42,6 %) und Frakturen (19,5 %). Frakturen traten am häufigsten an den Fingern (57,4 % aller Frakturen) auf.[4]

Veränderungen der Fingerdurchblutung

Volleyballspieler sind wiederholten Belastungen ausgesetzt, die vor allem ihre Hände und Finger betreffen. Laut Literaturangaben können wiederholte Traumata zu lokalen Gefäßanomalien wie einer reduzierten Kapillarisierung und einem verminderten Ruheblutfluß führen. Diese Anomalien könnten mit einer Endothelfunktionsstörung zusammenhängen. Die kapillaroskopischen Befunde der Nagelfalz-Videokapillaroskopie (NVC) wurden mit dem Volleyballtraining korreliert, um mögliche Anomalien frühzeitig erkennen und eine angemessene Nachsorge durchzuführen zu können. Bei fast allen Volleyball-Spielern fanden sich kapillaroskopische Veränderungen vom Typ unspezifisches Muster ohne wesentliche Geschlechtsunterschiede. Es ist anzunehmen, daß die wiederholten Traumata der Finger die Mikrozirkulation der Spieler negativ beeinflussen können.[1]

Quellen

  1. Sirufo MM, Catalogna A, Raggiunti M, De Pietro F, Galeoto G, Bassino EM, Ginaldi L, De Martinis M. Capillaroscopic Evidence of Microvascular Damage in Volleyball Players. Int J Environ Res Public Health. 2021 Oct 10;18(20):10601. doi: 10.3390/ijerph182010601. PMID: 34682347; PMCID: PMC8535409.
  2. Bere T, Kruczynski J, Veintimilla N, Hamu Y, Bahr R. Injury risk is low among world-class volleyball players: 4-year data from the FIVB Injury Surveillance System. Br J Sports Med. 2015 Sep;49(17):1132-7. doi: 10.1136/bjsports-2015-094959. Epub 2015 Jul 20. PMID: 26194501; PMCID: PMC4552924.
  3. de Azevedo Sodré Silva A, Sassi LB, Martins TB, de Menezes FS, Migliorini F, Maffulli N, Okubo R. Epidemiology of injuries in young volleyball athletes: a systematic review. J Orthop Surg Res. 2023 Oct 4;18(1):748. doi: 10.1186/s13018-023-04224-3. PMID: 37789463; PMCID: PMC10548731.
  4. Obana KK, Singh P, Namiri NK, Levine WN, Parsons BO, Trofa DP, Parisien RL. The Finger, Wrist, and Shoulder are the Most Commonly Injured Areas in Youth Volleyball Players but the Incidence of Injuries Decreased Overall Between 2012 and 2022. Arthrosc Sports Med Rehabil. 2024 Jan 20;6(1):100862. doi: 10.1016/j.asmr.2023.100862. PMID: 38304467; PMCID: PMC10830529.
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