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Beim Geräteturnen ist regelmäßig kraftvolles Greifen notwendig. Das kann kurz- aber auch langfristig zu Schmerzen, die der Sportler dem Daumen zuordnet führen. Beim Turnerdaumen sind drei Aspekte zu diskutieren:
Ulnares Kollateralband am DaumengrundgelenkGeräteturnen bedarf immer eines sicheren Griffs an der Reckstange UrsacheBesteht eine klinisch erkennbare Instabilität, so spricht man vom Schidauen (s. o.), der letztlich ein kraftvolles Greifen unmöglich macht und so beim Geräteturnen zu einer Trainingspause zwingt.Anders ist das bei einer Mini-Verletzung (Mikrotrauma), beispielsweise bei hartem Aufkommen auf der Reckstange. Auch Mikrotraumen zwingen den Körper an der verletzten Struktur den Heilungsprizeß einzuleiten. Bei mechanischen Teilen würde das zu Mikrorissen führen, der menschliche Körper jedoch versucht die Schwächung der geschädigten Stuktur zu verhindern. Der Heilungsprozeß benötigt Schonung und Zeit und ist daher ebenfalls mit Schmerz bei Belastung des Bandes und so einer Einschränkungen der Trainigsintensität verbunden. TherapieJe nach Schweregrad konservativ (PECH, für ~ 6 Wochen eine spezielle Schiene) oder operativ (zeitnah Bandnaht oder dessen chirurgische Refixation am Knochen).Sehnenscheidenentzündung am DaumenEine Sehnenscheidenentzündung am Daumen zeigt sich durch Schmerzen am Handgelenk nahe des Daumens, Schwellungen und Schmerzen beim Greifen. Die häufigste Ursache ist eine Überlastung durch wiederholte forcierte Greif-Bewegungen beim Geräteturnen.Hinweis: Hier wird oft auf die Tendovaginitis de Quervain verwiesen, diese Diagnose erscheint jedoch hier nicht passend.[2] UrsacheBetroffen sind in den meisten Fällen die Sehnen der Musculi flexor pollicis longus et brevis. Die kraftvolle mechanische Kompression der Sehnen gegen die knöchernen oder ligamentären Strukturen des Daumens begünstigen das Entstehen einer Tendovaginitis. Der Griff beim Geräteturnen muß besonders kraftvoll sein, um einen Absturz zu verhindern und es treten erhebliche Zug- und Scherkräfte am Gewebe auf bei Umschwüngen.TherapiePECH-Regel (in akuten Fall), Schonung und Tapeverband oder Schiene, antiphlogistische Maßnahmen, ggf. Moxibustion und Krankengymnstik.KahnbeinHandgelenkschmerzen gelten bei Turnerinnen und Turnern als «normale und direkte Folge des Sports».[3] Daher ergibt sich als weitere Möglichkeit von Schmerzen, die die Sportler auf die «Daumewurzel» lokalisieren die Verletzung des Kahnbeines (os scaphoideum) plausibel, denn bei Turnerinnen und Turnern besteht das Risiko einer Ermüdungsfraktur des Kahnbeins.[5]UrsacheKahnbeinfrakturen werden in der Regel gefunden, wenn eine akute Verletzung des Handgelenks in Dorsalflexion vorliegt und Schmerzen an der radialen Seite des Kahnbeins sowie in der Tabatière auftreten. Aber es gibt auch Patienten mit ähnlichen Beschwerden ohne akute Verletzung in der Anamnese, die jedoch Aktivitäten mit repetitiver Belastung ausüben. Diese sollten sorgfältig untersucht werden, und der Verdacht auf eine Streßfraktur des Kahnbeins sollte abgeklärt werden.[3] Die Folgen repetitiver Dorsalflexion und Kompression des Handgelenks bei jugendlichen Sportlern gehen häufig zudem mit Verletzungen der radiären Wachstumsfuge einher, die sich radiologisch durch eine offene und unregelmäßige distale radiale Epiphyse zeigen. Obwohl Handgelenkschmerzen bei Turnerinnen und Turnern wie gesagt als «normale und direkte Folge des Sports» gelten, sollten Schmerzbeschwerden bei diesen jungen Sportlerinnen und Sportlern sorgfältig abgeklärt werden.[3] Überigens sollten alle Patienten, die Tätigkeiten mit wiederholter Belastung des Handgelenks ausführen und ähnliche Beschwerden haben, obwohl sie keine akuten Traumata in der Vorgeschichte haben, gründlich untersucht werden und es sollte der Verdacht auf eine Ermüdungsfraktur des Kahnbeins ausgeschlossen werden.[4]Mehrere Kasuistiken in der aktuellen Literatur beschreiben einen Ermüdungsbruch des Kahnbeins bei jungen Turnerinnen und Turnern.[3][4] Die klinische Untersuchung ergab eine eingeschränkte Beweglichkeit des betroffenen Handgelenks sowie schleichende Schmerzen an der Tabatiere und Druckschmerzhaftigkeit an der distalen Radiusphyse. TherapieEine Streßfraktur des Kahnbein sollte chirurgisch mit perkutaner Skaphoidfixierung behandelt werden. Die interne Fixierung mit einer Schraube ist eine geeignete Behandlungsoption bei einer Ermüdungsfraktur des Kahnbeins.[5] Die klinischen Merkmale verbessern sich und nach etwa sechs Monate veschwinden die Symptome und die Beweglichkeit wird wieder hergestellt, sodaß eine Wettkampfteilnahme wieder möglich ist.[4]Quellen
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